HowTo – Motorstop Failsafe einbauen
Großmodelle mit ihren großen Motoren haben eine Zündspule und Zündkerze. Um solch einen Motor aus zu machen, während er läuft, muss man durch einen Schalter die Zündung unterbrechen. Der Motor-Stop-Schalter (“Killswitch”) sitzt bei den Modellmotoren oftmals direkt am Motorgehäuse. Also muss man zum Auto laufen, um den Motor abzuschalten.
Das Problem des “Abhauens” tritt auf, wenn die Verbindung zwsichen Sender und Empfänger abreisst und somit die Servos nicht mehr gesteuert werden können und wenn man Pech hat, bleibt das Gasservo bei Vollgas stehen und das Auto rast mit hoher Geschwindigkeit unkontrolliert umher. Um das zu vermeiden gibt es im Empfänger integrierte, oder externe “Failsafes”, die das Auto steuern, wenn die Fernsteuerung dies nicht kann. In der Regel stellt man die Positionen der Servos ein, die sie einnehmen sollen, wenn der Empfang verloren geht. Wie man das Failsafe bei der Spektrum DX3S einstellt, haben wir bereits beschrieben. Der Motor läuft in dem Falle natürlich weiter, da nichts eingreift, das die Zündung unterbricht. Das Motorstopfailsafe ist also dafür da, in den Fällen des Signalverlustes den Motor abzustellen.

So ein Failsafe an sich ist nicht größer, als der Stecker, der in den Empfänger kommt. Kleines Teil mit großer Wirkung.
Es gibt verschiedene Versionen dieser Motorstop Failsafes. Für meinen HPI Baja 5B SS mit der Spektrum DX3S habe ich mir das Failsafe gekauft, das bei Signalverlust den Motor abschaltet und, wenn der Empfängerakku unter eine Spannung von 6,0Volt fällt. Zudem kann ich über den dritten Kanal nun den Motor abschalten. Hätte man diesen dritten Kanal nicht, könnte man auch einfach die Fernsteuerung kurz ausschalten, damit der Motor aus geht. Ich fand die Möglichkeit mit dem dritten Kanal jedoch schöner und an meinem Baja waren auch nur zwei Kanäle belegt.
Der Einbau ist etwas knifflig, da man den Motor zerlegen muss und an der Motorenelektronik rumlötet. Ich erkläre nun den Einbau am HPI Baja. Bei anderen Modellen ist der Einbau gegebenenfalls etwas anders.
Benötigt werden für den Einbau die passenden Innensechskantschlüssel, ein Kreuzschlitzschraubenzieher, Reifenschlüssel, Kneifzange, Schere, Lötkolben, Lötzinn, ggf Kabel, Schraubensicherungslack und Geduld.
Zuerst macht man den Baja frei, also Karosserie ab, Überrollbügel ab, den Unterbodenschutz ab und zumindest den hinteren linken Reifen ab. Somit kommt man ohne Probleme überall dran.
Nun kann man die vier Schrauben am Seilzugstarter lösen. Wie auf dem Bild zu sehen, sieht man nun das Lüfterrad des Motors. Theoretisch ist es nicht notwendig, den Seilzugstarter zu demontieren, da man ihn einfach zusammen mit dem Gehäuseteil abnehmen kann, ich habe es trotzdem gemacht. An dieser Stelle kann man alle demontierten Teile vorallem auch kurz reinigen, wenn sie schon mal so auseinandergenommen daliegen. Wie man so einen Seilzugstarter Schutz baut, haben wir in einem anderen Artikel erklärt.
Die gelösten Schrauben sollte man so hinlegen, dass man weiss, wo sie hingehören und nicht wegrollen!

Um nun weiter an das Innere des Motors zu kommen, muss man auch die Abdeckplatte aus Metall abschrauben. Dazu ist es nötig, 9 Schrauben zu lösen. Diese sollten relativ fest sitzen, also braucht man vielleicht etwas Kraft, um sie zu lösen.

Wie einigen jetzt wohl auffallen wird, hängt der Stopp-Schalter des Motors in dem Gehäuse, welches sich deswegen nicht ganz lösen lässt. Den Schalter kann man ganz einfach seitlich rauschieben.
Jetzt lässt sich die Abdeckung ganz einfach beiseite legen und man sieht die Elektronik des Killswitch, an die man später noch ran muss.
Um den Killswitch einzeln in die Hand zu bekommen, nimmt man die Stecker von den Kontakten. Den Minuspol bekommt man ganz einfach abgezogen, da dieser gut erreichbar ist.

Damit man auch den zweiten Stecker abziehen kann, löst man die obere Plastikabdeckug des Motors. Dazu muss man zuerst die Führung des Zündkabels aus der Abdeckung ziehen (gleiches Prinzip, wie bei dem Stopp-Schalter aus dem Gehäuse).

Auf der gegenüber liegenden Seite des Motors löst man eine kleine Schraube und schon kann man die Abdeckung nach oben vom Motor abziehen. Dafür muss natürlich die Zündkappe von der Zündkerze abgezogen werden.

Nun hat man den “nackten” Motor vor sich und kann auch das rote Kabel vom der Zündvorrichtung abziehen.
Kurze Erläuterung zur Funktionsweise der Zündung am Modellmotor: Am Lüfterrad befinden sich zwei sehr Starke Magneten, die beim ziehen des Starters und anschließend beim Laufen des Motors an der Zündspule vorbeikommen. Wer sich gut an den Physikunterricht in der Oberstufe erinnert, der weiss, dass Spule + Magnet = Induktion ist, gemäß dem Induktionsgesetz. Wenn sich das Magnetfeld an der Zündspule ändert (da es kurz da ist und dann nicht mehr, durch die Drehbewegung), wird eine Spannung induziert (erzeugt). Diese Spannung (der Positive Pol) wird durch das dicke Kabel zur Zündkerze weitergeleitet und der Motorblock fungiert als “ground” (Minuspol). Bedeutet letztendlich, dass durch die Spannung an der Zündkerze im richtigen Augenblick ein Funke entsteht, der das Gemisch im Motor zündet.
Wird dieser Stromkreis unterbrochen, findet keine Zündung statt und der Motor geht aus. Diese Unterbrechung geschieht durch das Drücken des Killswitch am Motor und bald auch durch das Eingreifen des Motorstop Failsafes.
Nun, da man beide Stecker des Killswitch gelöst hat, kann man sich nun darauf vorbereiten, das Failsafe anzulöten.

Man benötigt die bevor beschriebenen Sachen zum Löten (Lötkolben, Lötzinn, Schere oder Abisolierzange)

Die Kabel des Failsafes (braun) habe ich bereits probeweise vom Motor in die Empfängerbox gelegt und es stellte sich heraus, dass sie etwas zu kurz sind. Daher habe ich kurzerhand etwas Kabel drangelötet und mit einem Schrumpfschlauch isoliert. Nach dem Motto: lieber zu viel Kabel, als zu wenig. Überstehende Kabel kann man auch ganz leicht in der Empfängerbox verstauen.


Entweder schiebt man die Isolierungskappe von den Kontakten weg und lötet die Kabel daran, oder man löst etwas von der Isolierung des Killswitch-Kabels, ohne die Kabellitze an sich zu beschädigen!! Also hier muss sorgfältig gearbeitet werden. Anschließend lötet man die Kabel mit ausreichend Lötzinn an die Kabel des Killswitch. Die Polung ist in diesem Fall ganz egal.

Da man schlecht Schrumpfschlauch über die Stecker geschoben bekommt, muss man die Kabel mit Isolierband gegen einen Kurzschluss sichern. Zum Glück würde ein Kurzschluss aber auch nur zu einem Abschalten des Motor führen und er ließe sich nicht mehr starten. Wenn das also mal der Fall ist, sollte man die Kabel des Failsafe und Killswitch überprüfen.

Nun steckt man den Schalter einfach wieder an die Zündvorrichtung und der Motor wird wieder zusammengesetzt. Man sollte alle Steckverbindungen überprüfen, da dies nichtmehr möglich ist, wenn der Motor einmal wieder zusammengebau ist, außer man baut den Motor mit viel Aufwand nochmals komplett auseinander. Zuvor muss man jedoch einen Weg finden, die neuen Kabel aus dem Motor zu legen. Da keine Kabelführung dafür vorgesehen ist, muss man sich selber eine überlegen.

Ich habe dazu die obere Abdeckung aufgesetzt und einen Punkt markiert, an dem die Kabel das Motorengehäuse verlassen können, ohne im Weg zu sein.

Kurzerhand habe ich ein kleines Loch hinengeschnitten …


… und die Kabel an der entsprechenden Stelle mit viel Isolierband umwickelt, damit sie sich nicht aufscheuern und gegen Vibrationen geschützt sind.

Den Motor kann man nun wieder zusammenbauen. Hierbei sollte man alle Motorenschrauben mit Schraubensicherungslack gegen das Herausfallen schützen. Vorallem am Motor ist dies wichtig.
In der HPI Anleitung auf Seite 84 und 85 sind eine Explosionszeichnung und kurze Zusammenbauanleitung des Motors zu finden.


Die Kabel des Failsafes müssen nun in Richtung der Empfängerbox verlegt werden, wo das Failsafe dann Platziert wird. Man kann es auch außerhalb der Empfängerbox anbringen, da es wasserdicht ist, doch finde ich die Empfängerbox immernoch den besten Platz dafür.
Das komplette Öffnen der Empfängerbox ist etwas knifflig. Man muss an dem Ende, das in Richtung des Tanks ist, die “Schaniere” etwas hochklappen, damit man den Deckel abnehmen kann und wenn man den Ladestecker (Tamiyastecker) des Empfängerakkus in der dafür vorgesehenen Öffnung im Deckel der Empfängerbox angebracht hat, sollte man dieses durch geschieben des Hebels rausnehmen, damit der Deckel ganz abnehmbar ist.

Da ich noch etwas selbstklebenden Schaumstoff hatte, habe ich kurzerhand eine freie Stelle in der Empfängerbox damit ausgepolstert, damit das Failsafemodul gegen Vibrationen geschützt ist.

Das Failsafe passte perfekt an diesen freien Platz und die Kabel habe ich am Tank entlang zur Empfängerbox gelegt und an manchen Stellen mit Kabelbindern fixiert.
Man brauch das Failsave nurnoch am freien 3.Kanal einstecken in den Empfänger. Hierbei drauf achten, dass das helle der drei Kabel zur Innenseite des Empfängers zeigt, die dunklen Kabel nach außen.
Bei Spektrum Fernsteuerungen heißt der 3. Kanal “Aux”.

Die kleine LED an dem Failsafe, die leuchtet, wenn das Auto startbereit ist, strahlt sehr hell.

Man sieht sie sogar durch die Silikonkappe an der Empfängerbox. Somit kann ich sehen, ob der Motor Startklar ist, oder die Zündung unterbrochen, ohne zum Beispiel die Empfängerbox öffnen zu müssen.
Das Failsafe funktioniert bei mir einwandfrei. Der laufende Motor geht aus, wenn ich den Stopp-Schalter am Motor drücke, wenn ich den dritten Kanal an der DX3S betätige, wenn ich die Fernsteuerung ausschalte und vorraussichtlich auch, wenn die Empfängerakkuspannung unter 6,0V sinkt, was jedoch bisher noch nicht der Fall war.
Ich bin sehr froh, nun doppelt gesichert zu sein gegen ein “Abhauen” des Autos, durch das Interne Failsafe der DX3S und das Motorstop-Failsafe von AMS. Für einen Preis von 30€ ein richtiges Schnäppchen meiner Meinung nach. Es sieht natürlich auch besser aus, wenn der Motor des Autos plötzlich aus geht, ohne dass man sich zum Killswitch runterbücken muss.
Habt ihr schon Erfahrungen gemacht mit Motorstop Failsafes? Findet ihr es ein wichtiges, brauchbares Zubehörteil?
Leon…
















Hallo,
SUPER TOLL die Anleitung zum Einbau des Failsafe. Habe lange danach gesucht. Für mich problemlos nachvollziehbar und genau so werd ich das auch machen.
Ich habe mich allerdings für das AMS Failsafe mit Spannungslimiter und 2er Direktsromversorgung entschieden. Ob das unbedingt notwendig ist weiß ich gar nicht genau. Vom Einbauprinzip aber haargenau identisch.
Kompliment!!!!
Frage: Woher ist die Metallgitterabdeckung vom Starter (gefältt mir sehr gut).
Gruß
hpiracer67