Speed Test – HPI Sprint 2 | Traxxas New E-Maxx | FG Monstertruck


Hersteller von RC-Cars werben viel mit den Geschwindigkeiten, die die Modelle angeblich erreichen können, doch meist sind diese Angaben zu hoch und in Realität kaum zu erreichen, höchstens mit einem 1000% perfekten Setup, das man aber nicht wirklich hinbekommt. Daher ist es besser, den Angaben nicht ganz zu vertrauen und selber mal die Geschwindigkeit zu messen.
Grund genug für uns, das ganze mal selbst zu messen.
Dazu gibt es Geräte, wie Radar Pistolen (“Speed Guns”), die aber meist um die 70€ und mehr kosten. Da wir das Geld nicht für soetwas ausgeben wollten, was man 4-5 mal benutzt und dann nie wieder, haben wir uns für die Technik mit dem Navigationsgerät entschieden. Bei vielen Navis gibt es eine Angabe der gefahrenen  Höchstgeschwindigkeit, die per GPS (Global Positioning System) Sateilliten ermittelt wird. Wir haben das Navigationsgerät von meinem Vater verwendet, ein Medion GoPoal P4410. Dieses haben wir in einem kleinen Päckchen mit Schaumstoff umwickelt gegen Beschädigungen und Erschütterungen geschützt an den Autos befestigt mit Klebeband.

Als erstes haben wir meinen Traxxas NEW E-Maxx getestet. Zur zeit habe ich die Multiplex Permax 600 Motoren verbaut, die dann mit 16,8V gefahren wurden (2 LRP 7 Zeller 8,4V 4000mAh NiMH Akkus). Auf einer langen und wenig befahrenen Straße habe ich dann mal schön Gas gegeben. Ich bin ungefähr 10 mal die Straße hoch und runter gefahren, um wirklich die maximale Geschwindigkeit zu erhalten. Optisch sah das ganze schon sehr schnell aus und wir haben auf eine Geschwindigkeit zwischen 50 und 60 getippt. Das Ergebnis auf dem Navi war: 47 Km/h.

Der Traxxas New E-Maxx mit standart (Traxxas TITAN) Motoren fährt 45 Km/h.

Danach war mein zweites Auto, der HPI Sprint 2 Stage D dran, der mit einem Carson Dragster Sport Brushless Set mit 8 Turns (Windungen) ausgestattet ist und 4.750 kV (U/Min/V) hat, also 4.750 Umdrehungen pro Minute (U/Min) pro Volt. Da ich zu dem Zeitpunkt mit 12 Zellen (2×6 Zellen Stick Pack mit 3300 mAh) gefahren bin, entspricht dies einer maximalen Leerlaufdrehzahl von 68.400. Zusammen mit einem 19 Zahn Ritzel und einem 84 Zahn Hauptzahhnrad (HZ) ergibt sich eine insgesamte Übersetzung von 7,77. Nach all dieser Theorie nun der Test in der Praxis. Bei so viel Kraft des Motors und der Geschwindigkeit, war es schwer den Sprint auf Vollgas zu bekommen, auch bei einer fast 80 Meter langen Straße. Es waren viele Versuche nötig, bevor ich überhaupt einmal den Gashebel voll durchgedrückt habe. Wir schätzten eine Geschwindigkeit von 80-85 Km/h und das Navi spuckte einen Wert von ganzen 88 Km/h aus. Das ist schon ein ordentlicher Wert! Wenn man sich mal vorstellt, wie schnell es wäre, wenn ein 1:1 Auto mit 88 Km/h auf einer Straße fahren würde. Da die Straße eine 30 Zone ist, habe ich wohl die Geschwindigkeitsbegrenzung überschritten :) Das Hauptzahnrad wurde etwas in Mitleidenschaft gezogen: Es sind ein paar Zähne rausgebrochen und einige abgeschliffen etc. Da ist Ersatz nötig. Ich denke, es wären auf einer längeren Strecke mit mehr möglichkeit zum beschleunigen und bremsen gute 90 Km/h und vielleicht sogar etwas mehr geworden, denn auf der Straße konnte ich nur sehr wenig beschleunigen und musste auch fast sofort wieder bremsen. Normalerweise fahre ich aber nur mit 7 Zellen (8,4V), da das auf jeden Fall ausreicht, da man fast nirgends die 88 Km/h voll ausfahren könnte und der Verschleiss mit 12 Zellen ist einfach zu hoch am Hauptzahnrad und der Motor würde das auch nicht lange mitmachen.

Am Schluss haben wir noch Sebastians FG Monster Truck / Big Foot, auch “Big Mam” genannt getestet. Da dieses Auto einen Maßstab von 1:6 hat, war das befestigen des Navigationspäckchens einfacher, da einfach mehr Platz  da war.
Da wir den FG nicht einfach zwischen den Wohnhäusern auf der Straße testen konnten, allein wegen der Lautstärke, haben wir uns für einen Weg zwischen zwei großen Wiesen entschieden. Dort ist genügend Platz zum fahren, es stört keine Anwohner (jedenfalls nicht in zu hohem Maße) und die “Strecke” ist lang genug. Beim FG gab es kaum Probleme, nur das Anwerfen des Motor hat ein bisschen gedauert, da das Auto über Nacht draußen stand und wir vermuten, dass der Luftfilter feucht geworden ist und somit nicht genug Luft durchströmen konnte. Als die BigMam dann endlich lief, ging alles ganz schnell, paar mal den Weg hoch und runter gerast, der FG Big Foot kam gut und schnell auf Vollgas und schon konnten wir am Navi die Geschwindigkeit ablesen: 61 Km/h. Eine akzeptabele Geschwindigkeit, auch wenn wir uns etwas mehr erhofft hatten. Aber das gute am FG ist, dass er durch die enorme Kraft des 26ccm Motors auch im Gelände sehr schnell ist.

Somit endete der Tag mit vielen schönen Werten, die uns jetzt schlauer gemacht haben.
Ich denke, das war eine gute Sache und somit haben sich die Angaben der Hersteller bestätigt oder widerlegt. Bei Traxxas heißt es, der New E-Maxx schafft 30 Mph und mehr, das sind 45 Km/h und das haben wir mit den Originalmotoren bestätigt. Bei HPI gibt es keine Angaben, da der Sprint keinen Motor eingebaut hat und bei FG finde ich keine genauen Angaben des Herstellers.

Leon…

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Kommentare von Lesern

Ich bin der gleichen Meinung. Ich denke auch das viele Hersteller mit den Geschwindigkeitsangaben übertreiben.
Mein E-Maxx läuft mit Stockmotoren und Siebenzellern 16;8 Volt gefühlt eigentlich schnell. Ich denke so etwa 35 bis 40 km/h. Nie gemessen. Aber mehr km/h ist mit Stockmotoren woll eh schwer zu machen.

Wie gesagt, die permax sind nicht sehr viel schneller. Ich habe mir für meinen E-Maxx jetzt noch eine “SpeedÜbersetzung” gemacht, einfach mit einem 62 Zähne Hauptzahnrad, also 6 Zähne weniger als die standart 68 und der Maxx ist schon etwas schneller :)

Ja. Mit der Übersetzung lässt sich sicher einiges machen.
Werden so jedoch die Motoren nicht zu heiss? Mit Stockzahnräder sind meine nach 10minuten Vollgas etwa 55 bis 60 Grad heiss. Das ging eigentlich noch von der Temp. her.

Also die Temperatur habe ich noch nicht mit einem Thermometer gemessen, aber soo heiss ist es nicht. Bis jetzt bin aber noch nicht richtig “hardcore” im Gelände rumgerast mit der Übersetzung. Da könnten die Motoren dann wirklich warm werden. Da müsste ich dann vielleicht die alte Übersetzung wieder einbauen.

[...] Ich finde das ist durchaus ein sehr beeindruckendes Ergebniss. Interessant ist der Vergleich zum FG Monstertruck mit Jetpro Auspuff. Der FG erreichte damit eine Maximalgeschwindigkeit von 61 Km/h. [...]

Ich bin auch der Meinung, dass viele Hersteller sehr übertreiben, vorallem Firmen, die diese Hersteller vertreiben.
Z.B.-gemessen mit einer Radarpistole:
Tamiya TT-01 laut Conrad:30 km/h und laut D-Edition :40km/h+ doch er schaffte gerade einmal 21 km/h erst nach Kugellagern, Gewichtsersparnis, LRP 17 turn motor und einem größeren Motorritzel schaffte er 41 km/h.
Ausserdem testeten wir einen Brushless Sparrowhawk XXT, mir wurde gesagt er fährt 50-60 sogar bis 70 km/h, beim Test mit 7,2V -35km/h mein Freund wird sich warscheinlich noch einen 11,1 V Lipo Akku kaufen, mal sehn wie schnell er dann ist.

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