HowTo – Kunststoffteile mit Simplicol färben
Einer im Forum hat es entdeckt und jeder wollte es nachmachen, da es einfach unschlagbar gut aussieht!
Hier mal der kleine vorgeschmack auf das Ergebnis:

Gefärbt wird das Ganze mit Simplicol. Einem Färbemittel, dass für das Färben von Textilien in der Waschmaschine gedacht ist, funktioniert aber auch zweckentfremdet sehr gut zum Färben von grobporigem Plastik.
Wie wir die Teile gefärbt haben, zeigen wir am Beispiel eines Traxxas E-Maxx mit grauem Plastikchassis und Buldheads.
Das zu färbende Plastik sollte möglichst hell sein, damit die neue (dunklere) Farbe auch deckend ist und nicht der dunklere Untergrund durchscheint. Bei weißen oder grauen Plastikteilen ist also fast jede Farbe zum färben verwendbar. Rot, blau oder gelb würde jedoch nicht zum Rest meines E-Maxx passen.
Was wird für das Färben gebraucht?
- Saubere, fettfreie zu färbende Plastikteile
- Simplicol Textilfarbe
- großer Topf, in den alle Teile passen (Edelsahl)
Woher bekomme ich Simplicol?
Simplicol Textilfarbe ist in jedem guten Drogeriemarkt (DM, Schlecker, …) erhältlich. 150g Färbemischung kosten um die 2-3€. Für das Färben der E-Maxx teile reicht die Hälfte.
Man kann hier fast jede Farbe wählen, die einem gefällt, doch sie sollte um gut auszusehen dunkler sein, als das zu färbende Plastik, wie bereits erwähnt.
Simplicol färbt normalerweise Textilien bei 60-95°C mit dem beigemischten Färbesalz in der Waschmaschine.
Da die Plastikteile jedoch nicht so gut in die Waschmaschine zu stecken sind, realisieren wir unser Vorhaben in einem großen Topf auf der Herdplatte. Der Herd sorgt beim Färben für die wichtige Temperatur, ohne die das Färben nicht funktionieren würde.

Wie läuft das Färben ab?
Zuerst die Vorbereitung! Man sollte sich im klaren sein, dass Färbemittel FÄRBT! Es wird alles gefärbt, was mit dem Granulat und Wasser in Berührung kommt, also sollte man sich selber und die Umgebung (Küche) ausreichend schützen. Man zieht entweder alte Kleidung an, oder trägt eine Kochschürtze, damit nichts versehentlich gefärbt wird und vorallem bei hellen Kunststoff Arbeitsflächen ist Vorsicht geboten, da diese sich auch schnell färben, wenn etwas daneben geht. Also lieber Zeitung und Plastikfoilen ausbreiten! Außerdem kann man Handschuhe tragen, jedoch empfehlen wir dickere Gummihandschuhe, keine dünnen Einmal Handschuhe, da diese schnell reißen und wenn man pech hat, sind die Finger danach eine ganze weile schwarz!
Auch sollte man nachher das Färbewasser nicht in einer Plastikspühle entsorgen, sondern in Keramikspühlen, Toiletten, oder Duschwannen. Metall in Keramik werden nämlich durch das Simplicol nicht gefärbt!
Man sollte neben dem Topf noch einen zweiten haben, um die Teile nach dem Rausholen abspühlen zu können. Dazu habe ich einen Plastikeimer genommen und darin eine Mülltüte mit Wasser gefüllt, damit der Eimer nicht verfärbt wird.
Bevor es losgehen kann, müssen die Plastikteile natürlich ausgebaut werden.


Wenn man alle Teile dann einzeln hat, die gefärbt werden sollen, muss man sie penibel reinigen! Es darf kein kleines bisschen Schmutz oder Fett an den Teilen haften, da die betroffene Stelle sonst nicht gefärbt wird. Ich habe über eine Stunde gebraucht, um mit einer Zahnbürste, Spühlmittel, Scheuercreme und einem Schwamm alles sauber war, doch es lohnt sich wirklich. Nicht, dass das Ergebnis fleckig aussieht, wäre echt zu schade um die viele Arbeit, die man sich macht. Abgetrocknet werden brauchen die Teile nicht, nur gut von Spühlmitteln befreit, dazu kann man sie mit der Duschbrause und einem harten Strahl reinigen.

Wenn also alle Teile sauber sind, legt man sie zusammen in den Topf und befüllt ihn so lange mit Wasser, bis alle Teile so eben bedeckt sind. Der Topf sollte aus Edelstahl bestehen, damit er nichts von der Farbe oder möglicherweise giftigen Stoffen aufnimmt. Um besser rühern zu können, sollte man die Kunststoffteile vorher rausholen. Nun erwärmt man das Wasser auf 70°C und gibt das Färbemittel unter rühren hinzu. Wie gesagt sollte die Hälfte der Packung ausreichen. Mit einem Bratenthermometer aus Metall kann man die Temperatur gut überwachen, indem man das Thermometer ständig in der Färbelösung lässt, oder wenn verfügbar wäre ein Infrarotthermometer optimal. Wenn man die Teile eingetaucht hat, lässt man alles etwa 40 Minuten lang in dem Färbebad vor sich hin köcheln. Ab und zu sollte man nochmal rühern und die Teile bewegen, damit sie von allen Seiten gleichmäßig Farbe bekommen.

(auf dem Bild hab ich das Chassis extra nicht untergetacht, damit man es sehen kann.
Nachher war es jedoch komplett unter Wasser!)
Das Ergebnis
Anschließend spühlt man die Teile in dem zweiten Topf ab und lässt sie noch kurz darin liegen. Unter der Duschbrause kann man die letzten Farbreste abspühlen und die Teile trocknen lassen.
Bevor man das Färbewasser im Abfluss wegschüttet, sollte man es abkühlen lassen, um sich nicht zu verbrühen. Da das Simplicol im normalen Gebrauch in der Waschmaschine auch einfach durch den Abfluss abläuft, ist es kein Problem, den Topf in einen Abfluss zu entleeren. Man sollte natürlich drauf achten, dass nichts daneben geht.
Wenn man den Topf gründlich ausgespühlt hat, ist er bedenkenlos zum kochen verwendbar.

(Klicken zum vergrößern)
Die Teile sind also fertig gefärbt und können nach dem Trocknen wieder eingebaut werden. Das ist immer die perfekte Situation, um die Teile des Modells zu warten und zum Beispiel Getriebe und Differential zu fetten, sowie Lager schmieren und Schmutz entfernen.

Dann ist man auch schon fertig und kann sich das tolle Ergebnis ansehen. Vorallem am E-Maxx bringen die schwarzen Teile dem Auto einen ganz neuen Charakter.

Ich gebe es zu, die mittlere Skidplate, die das Getriebe von unten schützt (mitte des Chassis) habe ich vergessen zu färben. Aber auch ein schöner Kontrast zusammen mit den Aluminium Skidplates vorne und hinten.
Bei genauem Hinsehen, wirkt der Kunststoff bei starker Lichteinstrahlung leicht bläulich. Auf distanz ist dies aber nicht zu sehen. Vielleicht hätte eine längere Färbezeit geholfen, aber das Foto habe ich unter starker Lichteinstrahlung gemacht, in der Relatität sieht man den Blaustich nicht so deutlich.

Zum Spaß habe ich auch die grauen Werkzeuge des E-Maxx mitgefärbt, schließlich müssen auch diese zum neuen Aussehen des Autos passen.

Wer sich richtig viel Arbeit machen will und auf Detials steht, kann auch die grauen Dämpferkörper färben, dafür müssen jedoch die Dämpfer komplett demontiert werden und sehr gründlich gereinigt, da sie von innen voll mit Öl sind, aber die innerseite muss ja nicht so schön aussehen, da sie eh nicht sichtbar ist, wenn der Dämpfer zusammengebaut am Auto montiert ist.
Wenn’s daneben geht…
…dann sieht es so aus:
Ingo hat uns diese Bilder geschickt von seinem “misslungenen” Färben, wobei die Farbe eigentlich auch ihre Reize hat, das ist wirklich etwas individuelles.
Der Grund für diese Braunfärbung, anstatt von schwarz liegt wohl am Färbemittel. Er hatte eine andere Sorte Simplicol gewählt, bei der Färbeflüssigkeit dabei war und letztendlich kam folgendes dabei raus.
(Klicken zum Vergrößern)
Vielen Dank an Ingo für die Bilder!
Fazit
Mit einigem Aufwand (und dem richtigen Färbemittel) lässt sich also der komplette Look des Autos verändern. Wir hatten schon viel Feedback über echt tolles aussehen und das schwarz sieht doch einfach viel besser aus, als das “billige” grau. Wir können es nur jedem empfehlen und das ist wirklich individuelles Tuning, dass es auf dem Markt nicht zu kaufen gibt und nicht jeder hat solch einen bösen schwarzen E-Maxx!
Habt ihr auch vor, ein paar Teile zu färben, oder habt ihr das schonmal gemacht? Wie findet ihr den neuen Look, lohnt sich der Aufwand oder nicht?
Leon…














Na also, Doggy, hast es ja echt noch geschafft…
Meine Faerberei kommt auch bald, DANKE DIR !
LG, Mario